Du bist uninteressant für Mobber. Wirklich?
Du bist uninteressant für Mobber. Wirklich?

Du bist uninteressant für Mobber. Wirklich?

Mobber geben sich gerne groß, stark und über alles erhaben. Sie gehören nicht zu den Leuten, die ihr eigenes Licht unter den Scheffel stellen, aber das von anderen. Deins zum Beispiel.
Und, wenn du so uninteressant für sie bist, – wieso kennen sie deine wunden Punkte? Das setzt doch voraus, dass sie sich mit dir beschäftigen, oder nicht? Genau das tun sie.

Sie beschäftigen sich mit dir, weil du ihnen ein Dorn im Auge bist. Sie beneiden dich für eine deiner Eigenschaften, für ein Talent oder irgendeine deiner Fähigkeiten und merken, sie können nicht, was du kannst. Also schlecht machen. Lächerlich machen. Angreifen.

Der Überraschungsmoment und der Hinterhalt

Warum funktioineren diese Angriffe? Das widerspricht sich doch. Nein, tut es nicht. Die Angriffe funktionieren, weil die Mobber den Moment der Überraschung haben und aus dem Hinterhalt angreifen. Doppelt feige also. Sie greifen an, dich trifft es wie aus heiterem Himmel und du bist total verdattert. Auf diesen Moment haben sie gewartet. Denke mal daran zurück, wie du reagiert hast: erschrocken, ängstlich, nervös? Hat deine Stimme gezittert, bist du rot geworden, hat es dir die Sprache verschlagen? Das war das Ziel. Und zwar nur, um dann sagen zu können: Warum zitterst du denn so? Hat es dir die Sprache verschlagen? Warum wirst du denn so rot, ist ja süß. Die Falle der Demütigung hat zugeschlagen. Wahrscheinlich reagierst du im Moment der Überraschung auch nicht souverän.

Sei nicht in die Vergangenheit hinein verärgert. Du weißt in Zukunft ja was passieren kann. Wenn du nicht weißt, wie du dich verhalten sollst, reagiere erst mal nicht. Sage allenfalls: „Interessant“ und dreh dich weg. Oder sage nur „Mh“, mit einem Ton von Desinteresse. Später kannst du immer noch handeln, wenn du dich wieder gefangen hast.

2 Kommentare

  1. Lilli

    Hallo Dirk,
    deine Texte haben mich sehr inspiriert. Ich selbst habe Mobbing-Probleme in der Schule. Kein einfaches Thema. Ich habe alle deine Texte gelesen. Ich finde sie haben eine schöne Länge und sind gut “verdaulich”. Du hast tolle Beispiele gefunden, bei denen mir teilweise bewusst geworden ist, wie simpel manche Situationen sind und andere wiederum gar nicht. Mir ist klar geworden, dass ich nicht sofort antworten oder mich verteidigen muss, sondern, dass es auch schon reichen kann einfach zu sagen, interessant. Ich habe durch deine Texte schon sehr viel Hilfe bekommen und werde darüber nachdenken und viele Ratschläge umsetzen.
    Vielen Dank und Liebe Grüße von Lilli

    1. Liebe Lilli,
      Zunächst einmal: bist du, was dein Mobbing betrifft, im Gespräch? Wenn nicht, dann denke darüber nach, aus der Deckung zu kommen und das Schweigen zu brechen. Aber vielleicht tust du das schon.
      Ich freue mich, dass dir der ein oder andere Gedanke schon mal weiterhilft. Ja, du hast recht, – manche Situationen wirken simpel, wenn man sie versteht, andere nicht so sehr. Und Theorie und Praxis sind nun mal zwei verschiedene Paar Schuhe. Für Veränderung geht immer neues Wissen voraus. Wenn du das hast, ist es ein wichtiger erster Schritt. Vielleicht kennst du den Spruch: Nicht Wissen ist Macht, sondern angewandtes Wissen ist Macht.
      Liebe Grüße zurück
      Dirk

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